Löwenzahn

Taxonomie
Gattung leontodon taraxacum
Art officinale
Familie Korbblütler (Asteraceae)

Der Löwenzahn hat im Volksmund etwa 500 verschiedene Bezeichnungen. Die vielen Namen spiegeln den Bekanntheitsgrad der Art wieder.
In Deutschland wird der Löwenzahn je nach Gegend auch Butterblume, Kuhblume, Hundsblume, Schäfchenblume, Schweineblume, Pfaffenröhrlein, Kettenblume, Kettenstock, Düwelsbloom, Melkdistel, Milidistel, Gänsezunge, Bammbusch, Golichter, Bärenzahnkraut, Sonnenwurzel, Pferdekraut, Augenmilch, Lichtbloom, Milchstöck, Pfaffenplatte und Maiblume genannt.
In Österreich auch Kuhblümel, Milchdieb, Milchbleaml, Saublume, Seichkraut, Soachbleaml, Röhrlkraut, Bettsähcher, Popenblume, Sonnenwirbel und Mönschsblume.In der Schweiz wird der Löwenzahn Hundszunge, Mistfink, Kuhblume, Guguche und Chüngelichrut genannt. Die Zürchervariante: Chrottepösche und die der Berner: Söiblueme.

(Quelle: onlinekunst.de)

Wegen seiner harntreibenden Wirkung ist der Löwenzahn  auch bekannt als Pissblume (Bergisches Land), Seichkraut (Bayern), Bettsoicher (Schwaben), Bettschisser (Pfalz) Bettpisser und Bettseicher (Saarland), piss en lit (das heisst piss ins Bett, Frankreich), und Pisser. Den Namen Löwenzahn erhielt die Pflanze ihrer gezähnten Blätter wegen. Der Gattungsname Taraxacum stammt aus dem arabischen; die Pflanze soll von den damaligen Ärzten Tarakshagan genannt worden sein. Der Artname officinale weist auf die Verwendung als Arzneipflanze hin.

(Quelle: regionalgeschichte.net)

Merkmale
Der Löwenzahn mit seinen gelben Blütenköpfen dürfte allen bekannt sein. Die Blütezeit ist von April – Juni, meistens blüht er auch im Spätsommer bis in den Herbst noch einmal. Die Früchte besitzen ein strahlenförmige Haarkrone, wodurch sie leicht vom Wind verbreitet werden können. Die Blätter des Löwenzahns bilden eine Rosette, haben eine lanzettliche Form und sind grob gezähnt. Der Stängel ist hohl, und die Pflanze führt einen weisslichen Milchsaft. Sie wird 10 – 50 cm hoch.

Die Pflanze enthält den Bitterstoff Taraxacin. Durch das Pflücken der Blumen kann es bei Kindern zu entzündlichen Hautreaktionen kommen.

Heilwirkung
chronische Gelenkerkrankungen, chronische Hautleiden, chronisches Rheuma, Leber- und Gallenleiden, Nierensteine, Wassersucht

verwendete Pflanzenteile
Blätter, Blüten, Wurzel

Inhaltsstoffe
Bitterstoffe, Vitamine, Mineralstoffe, Cholin, Inulin

Sammelzeit
Blätter und Blüten im Frühling Wurzel im Frühling oder Frühherbst

Standort und Verbreitung
Man findet den Löwenzahn auf Wiesen, Äckern, an Wegen und in lichten Wäldern. Er ist in ganz Europa, Teilen Asiens und Afrikas sowie in Nordamerika verbreitet.

Geschichte
Ausser den arabischen Ärzten hatten auch die alten Griechen Kenntnis von der Wirksamkeit des Löwenzahns. Theophrast beschreibt ihn z.B. unter dem Namen Aphake. Im Mittelalter tritt die Verwendung der Pflanze erst im 13. und 14. Jahrhundert auf. Hieronymus Bock, der die Pflanze auch Pfaffenröhrlein nennt, empfiehlt sie bei Leberleiden, Husten und Fieber, Magenschmerzen und Ruhr.

Anwendung
Wie viele Frühlingspflanzen hat der Löwenzahn eine ausgeprägte blutreinigende Kraft und eignet sich daher vorzüglich zu einer Frühjahrskur. Er regt sämtliche Verdauungsorgane und Niere und Blase an, dadurch werden alte Schlacken ausgeschieden. Aus den gleichen Gründen kann er auch bei Rheumatismus helfen. Wir können Blätter, Blüten und Wurzeln verwenden. Am wirksamsten ist ein Tee oder eine Tinktur, wenn sie aus allen drei Pflanzenteilen besteht. Auch in der Küche hat der Löwenzahn vor allem im Frühling seinen Platz. Die zarten jungen Blätter ergeben fein geschnitten einen leckeren, jedoch herben Salat. Wer es milder mag, kann den Löwenzahn mit anderen Wildkräutern oder gekauftem Salat vermischen. Die gelben Blüten eignen sich hervorragend zur Herstellung eines wohlschmeckenden Honig. Aus den Wurzeln kann ein Kräuterkaffee hergestellt werden. Dazu werden sie klein gewürfelt und getrocknet. In einer Pfanne oder auf dem Backblech werden sie vorsichtig unter Umrühren geröstet und anschliessend in einer Kaffeemühle fein gemahlen. Nimm auf eine Tasse Wasser 1 TL dieses Pulver und koche es kurz auf. Nur kurz ziehen lassen. Am besten schmeckt der Kaffee mit Milch, Zimt und Honig. Löwenzahn wird bei Störungen des Gallenabflusses, bei Völlegefühl und Blähungen und bei Verdauungsbeschwerden angewendet.

(div. Quellen wie Wikipedia, Bionet.schule.de, botanikus.de)

Rezepte
Blutreinigunskur – Wassertreibend
1 Esslöffel , ca. 3 gr. getrocknetes, kleingeschnittenes Löwenzahn-Kraut und eventuell getrocknete, kleingeschnittene Wurzeln mit 1/4 Liter Wasser kalt aufsetzen und zum Kochen bringen. Danach 15 Minuten ziehen lassen und durchsieben. Täglich zwei Tassen davon trinken, 4 – 6 Wochen lang.

Löwenzahnsaft
Frischer Press-Saft ist im Frühjahr und auch im Herbst sehr gesund. Er beeinflusst positiv das Allgemeinbefinden und wirkt entschlackend. Nebenwirkungen sind nicht bekannt. Trotzdem bei längerer Einnahme einen Arzt fragen! Der Saft gehört zu den wertvollsten Stärkungsmitteln. übersäuerungszustände werden abgebaut und der alkalische Zustand des Körpers wird wiederhergestellt. Löwenzahn enthält sehr viel Kalium, Kalzium und Natrium und ist das Lebensmittel mit dem höchsten Gehalt an Magnesium und Eisen. Man verwendet die frischen, zarten Blätter und gibt sie in einen Entsafter. Eventuell mit Möhren kombinieren, auch Rübenblätter passen dazu. Wirkung: Hilft bei Knochenmarksleiden, bei anderen Knochenleiden, gibt den Zähnen Stärke und Festigkeit. Nebeneffekt: Zahnfleischentzündungen und Zahnverfall werden zurückgehen

Steirischer Röhrlsalat
Vielleicht die leckerste Zubereitung eines Löwenzahn-Salates!

Zutaten:
für 4-6 Personen
300 Gramm zarteste Löwenzahnblätter
1 Kilogramm Kartoffeln
1 Knoblauchzehe oder eine kleine Zwiebel
Apfelessig
Salz, Pfeffer
3 Esslöffel Kernöl (kaltgepresst aus K